Klezmer-Duo ZHOK - Musik aus tiefer Seele

Sabine Lempelius: Geige/Akkordeon/Gesang - Gerhard Breier: Klarinette/Gitarre/Gesang

NEU: Der schöne Konzert-Artikel von Beate König in den Kieler Nachrichten (5. September 2017)

Hörprobe

Klezmer als Bekenntnis

Die Melodien von fröhlich-jauchzend bis klagend-betrübt, die Rhythmen von wiegend bis treibend -

Musik mit Seele und Herz, voller Emotionen und Lebensfreude:

Das ist der gemeinsame Nenner von Gerhard Breier und Sabine Lempelius, die als sich ideal ergänzendes Duo ZHOK traditionelle Musik der osteuropäischen Juden sowie Eigenkompositionen und "seelenverwandte" Tangostücke präsentieren. Da jauchzt die in bunte Akkordeon-Akkorde gebettete Klarinette, und die Violine fegt über treibende Gitarren-Harmonien.

Die Besetzung als kompaktes "Doppel-Duo" bietet größtmögliche musikalische Vielfalt und Freiheit: Mal führt die Geige, mal die Klarinette, das Akkordeon bringt harmonische Weite ins Spiel, die Gitarre markiert unterschiedliche Rhythmen. Der teils zweistimmige Gesang bringt zusätzliche Abwechslung ins Spiel, die in ein ansprechendes Rahmenprogramm eingebettete kurzweilige Moderation mit interessanten Hintergrundinformationen rundet das Programm ab.

Erfolgreiche Premiere feierte das neue Duo ZHOK im Juni 2016 in der Rendsburger "Brücke" zum 4. Deutschen Diversity Day unter dem Motto "Charta der Vielfalt", wo es auch Kenner osteuropäischer Folklore, darunter Gäste aus Polen, begeisterte.

Je nach Stimmung und Ausdruck wählen Sabine Lempelius und Gerhard Breier die passende Instrumentenkombination und präsentieren mit ihrem durch Kostbarkeiten aus dem Tangobereich ergänzten Klezmer-Programm sozusagen "das Beste aus zwei Welten" - obwohl es natürlich eigentlich viel mehr als nur zwei Welten gibt. Oder etwa doch nur eine große - voller unendlich viel Musik, schöner Melodien, frischer Klänge und bunter Harmonien? Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum", konstatierte Nietzsche. Und was wäre Musik ohne Herz und Seele? Nicht die des Duos ZHOK.

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Sabine Lempelius macht zeit ihres Lebens Musik. Mit Hausmusik wuchs sie auf und konnte es kaum erwarten, endlich selber ein Instrument zu erlernen. Im Alter von knapp fünf Jahren war es soweit. Nachdem die Blockflöte zu ihrem geliebten Instrument geworden war, wurde ihr größter Wunsch erfüllt: Sie bekam endlich eine Geige. Von Anfang an durfte sie fröhlich bei der Hausmusik mitspielen.

Wunderbaren Geigenunterricht genoss sie bei Klaus Hasenjäger in Kiel. Mit 15 Jahren nahm sie zusätzlich Klarinettenunterricht. Mit beiden Instrumenten machte sie gute Erfahrungen in Kammer- und Sinfonie-Orchestern. Neben ihrer Ausbildung zur Erzieherin erlernte sie die Gitarre, die sie im Beruf wunderbar einsetzen konnte. Die Musik rückte immer mehr in ihren Lebens-Mittelpunkt, so dass sie - ganz im Sinne der Klezmer-Tradition, die den Musiker als Gefäß des Klanges definiert - die lieb gewonnene Musik in all ihren Facetten, Formen und Klangfarben auch anderen Menschen nahe bringen möchte - sei es im Konzert, im Unterricht oder in der Therapie.
Zur Ausbildung zur Facherzieherin für Musik gesellte sich zeitgleich ihre freiberufliche Tätigkeit an Musikschulen in der musikalischen Früherziehung. Weiterhin legte sie eine Prüfung für die elementare Musikpädagogik ab und nahm an zahlreichen Fortbildungen zum Thema musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen teil.

Neben dem Intrumentalunterricht in den Fächern Violine und Gitarre sowie dem Anfangsunterricht für Kinder ab sechs Jahren arbeitet Sabine als ausgebildete Klang- und Musiktherapeutin. Ihre musikalische Vorliebe gilt der handgemachten Folkmusik aus Osteuropa und dem Rest der Welt, zunehmend auch auf dem Akkordeon, das sie in den Kreis ihrer Lieblingsinstrumente aufgenommen hat.

Gerhard Breier hatte neben seinem Studium der systematischen und historischen Musikwissenschaften in Kiel und Hamburg und nach dem Besuch des Kieler Musikkollegs u.a. Unterricht und Workshops bei Andreas Boether, Roman Bunka, Jane Comerford, Udo Dahmen, Norbert Dömling, Jens Fischer, Herb Geller, Holger Hiller, Michael Jülich, Uli Lask, Charlie Mariano, Ronald Meß, Matthias Schubert und Peter Weihe.

Als Instrumentalist, Komponist und Produzent war er an mehreren CDs und Musicals beteiligt - u.a. "Esther's Parents", "Die Weihnachtsmama", "Chez Hei-Die", "Hei-Die goes to Hollywood", "The Natives are restless tonight" (alle mit Claudia Unzen) , "Die drei Fragezeichen", "TKKG", "Fünf Freunde" sowie "O bittre Zeit - Lagerlieder 1933 bis 1945" des Dokumentations- und Informationszentrums Emslandlager (ausgezeichnet mit dem Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik).

Außerdem entstanden diverse Auftragskompositionen (Kultusministerium Schleswig-Holstein: Projekt "Neue Musik gegen Rechts" 2002)/ Stadt Eckernförde/ Galerie "Studio Capricornus" (Expo 2000-Projekt) und Multimedia-Produktionen (Musik und Video/Super8 mit "Usenkuss" und "Augenstaub").

Als Leiter, Komponist und Texter der "Klezmerics" wurde er mit dem Förderpreis des Kultusministeriums des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.