Bei seinem Silvesterkonzert in der Gettorfer Mühle begeisterte das musikalische Trio mit Liedern der 20er und 30er Jahre „Herzensbrecher“ mit Charme und wachem Humor - Gettorf, mla
Das rote Herz, das das Klavier schmückte, war schon zerbrochen. Den Herzen der Damen in der Gettorfer Mühle sollte am Silvesterabend das gleiche Schicksal blühen. Das Trio „Herzensbrecher“ mit Salontenor Peter Pfüller, Imre Sallay am Klavier und Gerhard Breier an Saxophon, Tuba, Schlagzeug, Gitarre und der singenden Säge gab sich alle Mühe, seine weiblichen Zuhörer mit Liedern aus den 20er und 30er Jahren zu beeindrucken. Mit Charme und den ein wenig kitschigen, aber dennoch Wahrheiten beinhaltenden Texten gelang es ihnen auch. Schon nach den ersten Lieder waren insbesondere die Zuhörerinnen entzückt. Der kleine Raum in der Gettorfer Mühle mit viel Atmosphäre, in dem nur 77 Gäste Platz hatten, tat ein Übriges dazu. Mit Liedern wie „Mein kleiner grüner Kaktus“, oder „Wien, Wien nur du allein“ fiel es den Herzensbrechern leicht, Kontakt zum Publikum zu finden. Die Herzensbrecher legten ihr ganzes Gefühl in die Lieder — Peter Pfüller ließ keinen Zweifel an seiner Aufrichtigkeit, wenn er an „Oh, Donna Clara“ erinnerte oder für eine Nacht voller Seligkeit alles hingeben wollte und später den Zuschauerinnen nahe legte, dass es für einen richtigen Mann keinen Ersatz gäbe. Zehn Jahre musizieren Imre Sallay und Peter Pfüller bereits miteinander. Mit Gerhard Breier haben die beiden vor knapp zwei Jahren eine wunderbare Ergänzung gefunden. In der Pause ließen es sich die Zuhörer bei Berlinern, gestiftet von der Osdorfer Bäckerei Sörensen, und Sekt gut gehen. Rudolf und Rosemarie Gänssler vom Gettorfer Mühlen- und Verschönerungsverein, die durch den Abend führten, versprachen, den Erlös vom Sekt für die Opfer der Flutkatastrophe in Südasien zu spenden. Mit „Carmen, hab’ Erbarmen“ von Max Raabe und natürlich „Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frauen“ fand der Abend mit „Superkitsch, jedoch liebevoll auf den Arm genommen“, wie Imre Sallay es ausdrückte, sein Ende. Erschienen in der Eckernförder Zeitung am 03.01.2005Gettorf, Gunnar Rechenburg
Nostalgischer Charme, Esprit, viel Witz und vor allem: gut gemachte Musik. Mit Schlagerklassikern wie "Mein kleiner grüner Kaktus", "Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen" und "Wenn du mal in Hawaii bist..." hat das Trio "Herzenbrecher" am Mittwoch in der Gettorfer Mühle ein Silvesterkonzert der besonderen Art gegeben. Nach zahlreichen Auftritten im Umland hatte die Gettorfer Schlagerformation endlich wieder ein Heimspiel — das Publikum dankte es ihm.
Im vollbesetzten Saal der Mühle begeisterten die drei Musiker ihre Zuhörer. Als, wie sie sich selber nennen, "die Drei von der goldenen Schlagertankstelle" sind Peter Pfüller, Imre Sallay und Gerhard Breier so zu sagen von Kopf bis Fuß auf die 20er und 30er Jahre eingestellt.
Pfüller, in Frack, mit Gehstock, Zylinder und lässig-weißem Seidenschal: ganz Salontenor. Der ehemalige Beamte in Staatsdiensten und Vorsitzende der Gettorfer Liedertafel in musikalischen Diensten, verlieh dem Abend die gewisse Note. Mit einem Gespür für den Witz der Schlagermusik setzt er seine ausgebildete Tenorstimme in Szene. Zwischen den Lieder erfuhr der Zuhörer so einiges: Zum Beispiel ein Stück Musikgeschichte. "Musik mit Galgenhumor" nannte Pfüller die Schlager aus der Nach- beziehungsweise Vorkriegszeit. Ja, die lockeren und bisweilen frivolen Texte... "Da werden Sie heute noch so die eine oder andere schöne Frau kennenlernen", versprach Pfüller zu beginn des Konzertes. Eine von ihnen ist Veronika, die sich genau so auf den Frühling freut, wie ihr Liebster. Oder natürlich das Fräulein Pardon.
Imre Sallay, der "Herzensbrecher am Klavier" und seines Zeichens Dirigent des Kieler Kammerorchesters, spielt schon lange mit dem Salontenor Pfüller zusammen, das war zu merken. Komplexe Harmonien, verschachtelte Rhythmik — Sallay hielt die musikalischen Fäden in der Hand. Besonders eindrucksvoll: Sein Tangospiel. Zusammen mit Gerhard Breier am Schlagzeug zeigte der Ungar Leidenschaft. Musikalisch natürlich, am Klavier. Und Breier, der Journalist und Multiinstrumentalist, bewies, dass er nicht nur im Jazz und Bossa-Nova zuhause ist. Am Schlagzeug, Helikon und am Tenorsaxophon rundete er nicht nur das musikalische Bild ab, er gab dem Ganzen eine besondere Note. Sowohl sein Schlagzeug- auch sein Saxophonspiel zeugten von Spielwitz und kreativem Charme. Dezent setzte er Pointen, immer in perfektem Zusammenspiel mit seinen Herzensbrecherbrüdern von der Schlagertankstelle. Dass Breier dann noch in dieser musikalischen Besetzung statt zum Kontrabass zur Tuba greift ist mehr als ein Schmankerl. Dass Breier erst vor wenigen Tagen das Duo zum Trio ergänzte war nicht zu spüren. Die drei Musiker harmonierten. Und so waren sie unterwegs auf musikalischer Mission zwischen Argentinien ("Unter den Pinien von Argentinien"), den Fidschi-Inseln ("Ich lass mir meinen Körper schwarz bepinseln" und Hawaii. Das Publikum, mehr feierlich gestimmt als festlich ausgelassen, war begeistert. In der Pause gab es Sekt und Berliner, so wie es sich für ein Silvesterkonzert gehört.
Dass die Herzensbrecher alle Herzen brechen, zeigte nicht das Silvesterkonzert: ein weiterer Auftritt des Schlager-Trios in der Gettorfer Mühle Ende Februar ist bereits so gut wie ausverkauft.
Erschienen in der Eckernförder Zeitung am 02.01.2004