Kritik zu "Hamlet" (Reinhard Frank/Rendsburger Tagespost):

"Hamlet in der Fassung als Stummfilm mit dem Loll-Quintett entwickelte sich schon nach kurzer Zeit zu einem einzigartigen Erlebnis", "bewundernswert, wie sein Ensemble unter erschwerten Bedingungen auf der halbdunklen Bühne zusammen spielte, wie gut die Musik mit vielen bekannten Themen aus dem klassischen Bereich die Stimmung des Hamlet-Stoffes traf und verstärkte".

Als die Bilder laufen lernten, waren die Stummfilme beileibe nicht stumm: Zur Film- oder Lichtspiel-Theater-Vorführung, wie es damals hieß, gehörte der Stummfilm-Pianist stets dazu. Vor der Leinwand sorgte er live für die passende akustische Kulisse, um die Stimmungen und Wirkung der Filmszenen zu illustrieren, unterstreichen und verstärken.

Der Goosefelder Dr. Werner Loll beherrscht diese Kunst auch heute noch und sorgt im digitalen Zeitalter für einen besonderen und authentischen Stummfim-Genuss - solo, im Ensemble oder in jüngster Zeit verstärkt im Duo mit Gerhard Breier aus Eckernförde, mit dem er erstmals während der gemeinsamen Studienzeit am musikwissenschaftlichen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zusammentraf.

Breier ermöglicht als Multi-Instrumentalist (Saxophon, Klarinette, Querflöte, Flügelhorn, Tuba, Schlagzeug, Bass, Gitarre) im Duo mit Loll eine breite Klangfarben-Palette.

Einige Beispiele zur Live-Musik-Begleitung von Stummfilm-Klassikern:

"Safety Last" (Ausgerechnet Wolkenkratzer) mit Harold Lloyd:

Werner Loll: Klavier/Arrangements;

Gerhard Breier: Klarinette, Saxophon, Banjo, Perkussion.

(auch im Quartett mit Ralf Lentschat und Peter Weise)

"Nanook of the North" (Nanuk, der Eskimo) von Robert J. Flaherty:

Werner Loll: Klavier/Arrangements;

Gerhard Breier: Klarinette, Querflöte, Helikon, Perkussion

"One Week" (Flitterwochen im Fertighaus; Kurz-/Vorfilm) von und mit Buster Keaton:

Werner Loll: Klavier/Arrangements;

Gerhard Breier: Perkussion

Sergei Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin":"

Werner Loll: Klavier/Leitung/Arrangements;

Ralf Lentschat: Trompete, Flügelhorn;

Peter Urban: Klarinette/Querflöte;

Stephan Eichmann: Violine;

Manfred Strecker: Violoncello;

Gerhard Breier: Schlagzeug

Ernst Lubitschs "Die Austernprinzessin":

Werner Loll: Klavier/Leitung/Arrangements;

Ralf Lentschat: Trompete, Flügelhorn;

Gerhard Breier: Kontrabass, Banjo

Robert Wienes "Das Cabinett des Dr. Caligari":

Werner Loll: Klavier/Leitung/Arrangements;

Peter Weise: Schlagzeug;

Joachim Roth: Kontrabass, Violoncello;

Gerhard Breier: Saxophon, Klarinette

Fritz Langs "Metropolis":"

Werner Loll: Klavier/Leitung/Arrangements;

Ralf Lentschat: Trompete, Flügelhorn;

Peter Weise: Schlagzeug;

Gerhard Breier: Klarinette, Helikon, Saxophon, Querflöte

"Hamlet" mit Asta Nielsen:

Werner Loll: Klavier, Arrangement, Leitung;

Gerhard Breier: Perkussion, Klarinette, Flügelhorn;

Volker Linde: Laute, Kontrabass;

Peter Urban: Klarinette, Querflöte, Saxophon;

Manfred Strecker: Violoncello

Deutschland 1920/21 – Regie: Sven Gade, Hans Schall Länge: 110 Min. Asta Nielsen: Prinz Hamlet Paul Conradi: König Hamlet von Dänemark Mathilde Brandt: Königin Gertrude Eduard von Winterstein: Claudius Asta Nielsen im großen Drama um Mord, Rache, Liebe, Freundschaft – und Geschlechteridentität. Für den ersten Film ihrer eigenen Produktionsfirma wählte die Schauspielerin eine Interpretation der Hamlet-Geschichte, die besagt, dass der dänische Prinz eine Frau war – und übernahm selbst die Titelrolle: Um den Thron zu sichern, gibt die dänische Königin ihre Tochter als männlichen Thronfolger aus, und so wächst das Mädchen als Knabe heran. Da ermordet der böse Oheim den König und besteigt selbst den Thron. Prinz Hamlet sinnt auf Rache, gibt vor, dem Wahnsinn verfallen zu sein und nutzt die Ankunft einer Schauspielertruppe, dem Onkel sein Verbrechen vor Augen zu führen. Der gibt daraufhin den Befehl, Hamlet den Kopf abschlagen zu lassen... Mehr als achtzig Jahre nach der Uraufführung feierte der Film im Februar 2007 in einer aufwändig restaurierten viragierten Fassung erneut Premiere und ist jetzt erstmalig in Rendsburg zu sehen.

NEU im Repertoire - neben der Live-Musik-Begleitung von Stummfilm-Klassikern:

"Cinema Swing - eine musikalisch-textliche Hommage an Woody Allen"

mit Gerhard Breier (Klarinette/Gesang) und Werner Loll (Klavier).

Die Geschichte des Jazz und die der Filmmusik sind unzertrennbar miteinander verbunden. Seit jeher greifen Jazz-Musiker als Ausgangspunkt für ihre Improvisationen gern auf Harmonien bekannter Film-Melodien zurück. Man denke nur an "Night & Day"von Cole Porter oder "Over the Rainbow" aus dem "Zauberer von Oz". Natürlich hat auch der Film vom Jazz profitiert. Was wäre etwa ein Streifen des Komödien-Großmeisters Woody Allen ohne swingende Klänge? In Kinofilmen wie „Manhattan“, „Woody, der Unglücksrabe“ oder „Stardust Memories" beschwört der Regisseur nostalgische Tage und Sehnsüchte mit Stücken wie "As Time goes by“, „Beautiful Love“, „Blue Moon“ oder „Night and Day“. Aber auch Klänge, die weniger dem Jazz zuzuschreiben sind, verzaubern: Der Tango „La Cumparsita“ erklingt in gleich drei Allen-Filmen („Alice“, „Der Stadtneurotiker“, „Radio Days“), „Adios Muchachos“ in der Krimikomödie „Scoop“. Der Bossa-Nova-Hit „Girl from Ipanema“ untermalt Szenen in „Harry außer sich“.

Gerhard Breier und Dr. Werner Loll, eigentlich Spezialisten für Stummfilm-Musik, aber auch bekennende Fans spannender, komischer und sentimentaler Celluloid-Klassiker, huldigen Woody Allen und seinen Filmen aus Anlass seines 80. Geburtstages am 1. Dezember 2015 mit ihrer musikalischen Hommage.

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